Was im Jahr 2005 mit drei Konzerten in Schweden als ein Experiment begann, drei der profiliertesten Charaktere des europäischen Jazz zusammen zu bringen, hat sich in 20 Jahren zu einem der prägendsten Besetzungen des „Sound of Europe“ entwickelt: Der sardische Trompeter Paolo Fresu, der französische Akkordeonist Richard Galliano und der schwedischer Pianist Jan Lundgren erzählen mit Mare Nostrum musikalische Geschichten vom nördlichsten bis zum südlichsten Ende des Kontinents – mit Einflüssen aus folkloristischer, klassischer und populärer Musik in Verbindung mit der Freiheit des Jazz.
Auf hunderten Konzerten und drei gefeierten Alben wurde aus dem All-Star-Projekt eine höchst sensibel aufeinander eingespielte Working Band – und die drei Musiker wurden enge Freunde. Beides hört und spürt man auf Mare Nostrum IV. Die Meisterschaft von Fresu, Galliano und Lundgren liegt in den Nuancen, dem gemeinsamen Fluss melancholisch-anrührender Melodien, in den schillernden Texturen und subtilen Wendungen der Musik. Und sie liegt in der Tiefe des schieren Klangs, von der Artikulation jeder einzelnen Note, bis zum inzwischen ikonisch geworden Trio-Sound.
Die zwölf Stücke auf Mare Nostrum IV, die Fresu, Galliano und Lundgren speziell füreinander geschrieben oder arrangiert haben, sind cineastische Miniaturen aus nordischer Melancholie und mediterraner Wärme. Und sie sind eine in der Musik Wirklichkeit gewordene Utopie von Schönheit und Gemeinschaft, die in unserer Zeit so wertvoll und bedeutsam scheint, wie vielleicht noch nie zuvor.
Der 1987 auf Menorca geborene vielseitige Pianist, Improvisator und Komponist MARCO MEZQUIDA ist die Verkörperung musikalischer Leidenschaft und gilt als eine der quirligsten Figuren in der spanischen Jazzszene. Begriffe wie „Wunderkind“, „Klavierzauberer“, „magnetisch“, werden nicht selten bemüht, um die beeindruckende Bandbreite seines Werkes zu beschreiben.
So verzauberte der mehrfach ausgezeichnete Pianist MARCO MEZQUIDA schon die großen Jazzfestivals der Welt und die wichtigen Konzertsäle wie die Kölner Philharmonie, die Palau de la Música Catalana in Barcelona oder die Elbphilharmonie in Hamburg, die Kulturarena Jena und viele mehr.
Er präsentiert sich und seine Musik auf der Bühne voller Musizierfreude, gespickt mit musikalischen Experimenten, wie das Einbeziehen des Klangs direkt angeschlagener Klaviersaiten, wenn er nicht gleich im Resonanzkörper seines Flügels verschwindet und dort mit einer unendlichen Anzahl technischer und ästhetischer Mittel wie Glocken, Tamburin oder Trommel den gezupften präparierten Saiten des Instruments auf einzigartige Weise unvertraute Klänge entlockt.
Als Multiplikator von musikalischen Präsenzen können seine gepriesenen Solokonzerte am Klavier als Ein-Mann-Orchester verstanden werden Mit seiner spektakulären Mischung aus Wohlklängen, Vitalität, Tangos, Flamencos und Buleras gelingt es Marco Mezquida jeden Moment so intensiv und frisch wie möglich zu gestalten. Die Folklore verleiht seiner Musik einen besonderen Farbtupfer, den Herzschlag eines jeden Stückes bestimmt jedoch der Modern Jazz mit seinen kunstvollen Spannungsbögen. Dabei verarbeitet er nur minimal traditionelle Einflüsse, sondern erfindet seine Musik selbst.
Der großartige Komponist und Top Flamenco-Musiker arbeitet mit außergewöhnlichen und einzigartigen Methoden bei der Instrumentierung seiner Stücke. Als Erforscher von Klängen und Schöpfer von Atmosphären präsentiert er in diversen Projekten und in Zusammenarbeit mit internationalen Flamenco und Jazz-Größen ein unvergleichbar vielseitiges Ausdrucksspektrum über alle gängigen Genregrenzen hinaus.
„Das Klavierspielen und die Verbindung mit dem Klavier ist für mich eine Notwendigkeit.“
Marco Mezquida