Jazzkantine
47. Leverkusener Jazztage
Es gibt nur wenige Genussmittel, die mit der Zeit besser werden. Whisky und Wein
zum Beispiel. Und natürlich die Jazzkantine. Seit sage und schreibe 30 Jahren hat
sich diese Institution aus Brauntown mit ihrem einzigartigen Jazz-HipHop-Soul-
Funk-Disco-Party-Sound den Ruf einer der besten Livebands des Landes erspielt.
Bei über eineinhalbtausend Konzerten vor zigmal so vielen begeisterten Fans hat
sich das hochkarätig – und immer wieder neu – besetzte Ensemble den Respekt
verdient, den einer ihrer ersten Hits gleich für ein ganzes Genre einforderte.
Schließlich ist ein Konzert der Jazzkantine jedes Mal mehr als das: ein Ereignis.
Viele Köche verderben den Brei? Nicht in der Jazzkantine. Die Liste der Gäste dieser
kleinen Big Band reicht von James Brown-Mitstreiter Pee Wee Ellis über den Wu-
Tang-Clan bis zu Jazz-Stars wie Nils Landgren, Nils Wogram oder Till Brönner, von
MPS-Legende Gunter Hampel über Tab Two-Trompeter Joo Kraus bis zum
fantastischen Smudo. Das spricht ebenso für die musikalische Qualität und die
Haltung der Band, wie die Liste der festen Bandmitglieder: aktuell trumpft die
Jazzkantine neben Bandgründer Christian Eitner am Bass auch mit dem WDR-Jazz-
Preisträger Heiner Schmitz am Saxofon, den Rappern Cappuccino und Pionier Tachi
(dessen „Fresh Familee“ schon 1993 im Vorprogramm von Ice-T tourte) oder
Soulsänger Albert N’Sanda auf.
Die Inspiration für die Jazzkantine kam vor drei Jahrzenten von den britischen Soul-
Jazz-HipHop-Bands Galliano oder Young Disciples, beide schon damals aus dem
Umfeld von Tastemaker Gilles Peterson, sowie von amerikanischen Produktionen
wie Rapper Gurus Jazzmatazz oder Quincy Jones „Back On The Block“. Während sich
Letztere vor allem als Albumprojekte mit seltenen Konzert-Ausnahmen entpuppten,
merkte das Ensemble aus Braunschweig schon bei den ersten Auftritten im Frannz-
Club in Berlin 1994, dass die meisten Menschen diese Musik am liebsten live erleben
und vor allem spüren und dazu tanzen wollen – und sie als Musiker an diesem
Gemeinschaftsgefühl mit sich und dem Publikum auch den größten Spaß haben.
„Wir hatten von Anfang an Jazz im Namen“, meint Deutsch-HipHop-Urgestein
Matthias Lanzer, der auch das Label Rap Nation gegründet hat. „Aber das war
immer ernsthaft augenzwinkernd – und manchmal auch schon etwas drüber. Wir
wollten den Spaß an Jazz und HipHop leben und ohne die überflüssigen Klischees
genauso „Take Five“ wie „Highway to Hell“, Disco-Hits oder Volkslieder als Groove-
Karsten Jahnke Konzertdirektion GmbH | kj.de
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Stücke spielen. Und natürlich eigene Kompositionen mit deutschen Rap-Texten.“
Auch ohne eindeutige Single-Hits bescherte ihnen dieses Rezept Erfolge im Radio
und beim damals noch jungen Musikfernsehsender Viva.
2024 feierten sie ihr 30-jähriges Jubiläum – ihre Konzertreisen führten die
Jazzkantine in diesen drei Bandjahrzehnten auf Jazzfestivals von Montreux über das
jazz open in Stuttgart, Jazz Baltica an der Ostsee oder Elbjazz in Hamburg bis nach
Kaliningrad oder Afrika. Dazu kamen „lauter Preise“, was sich in „Eine Ehre“ auf
„Jazz-Polizei wird leise“ reimt, vom German Jazz Award über das Goldene Ohr bis
zum Echo. Dass sie inzwischen in der Theaterversion von „Fleisch ist mein Gemüse“
das Tiffany Tanzorchester gegeben, dazu Ballett- und Theatermusik komponiert und
Kinderreime arrangiert haben, spricht auch für die ungebremste Umtriebigkeit der
Jazzkantine. Wenn diese Supergroup auf der Bühne steht, sind Spaß und Tanzlaune
garantiert – für die Fans, die mit der Jazzkantine groß geworden sind – und immer
öfter auch für deren Kinder. Bei der Jazzkantine kommen Genießer aller
Generationen auf ihre Kosten.







