42. Leverkusener Jazztage
Fr. 12.11.2021
„Hier ist nichts austauschbar, die Musik kommt mit aller Liebe und aller Energie, die wir haben“, sagt Pianist und Produzent Roberto di Gioia über die erweiterte Version seines Projekt WEB WEB: Zur Stammformation aus Di Gioia, dem Saxofonisten und Flötisten Tony Lakatos, Christian von Kaphengst am Bass und Peter Gall an den Drums kommt diesmal Max Herre, seit Mitte der 90er nicht mit seiner Band Freundeskreis, als Solo Künstler oder Produzent ein wegweisender Protagonist im weiteren Feld des HipHop. Ein unerwarteter Neuzugang, mag man meinen: WEB WEB hat sich in den letzten vier Jahren mit einem beherzten Update des Spiritual Jazz der frühen Siebziger als eine der aufregendsten Formationen im europäischen Jazz etabliert, mit drei prachtvollen Alben, mit fulminanten Auftritten beim Hamburger Elbjazz oder Gilles Petersons einflussreichen World Wide FM Sessions.

Tatsächlich jedoch beruht der spezielle Spiritual Jazz-Ansatz von WEB WEB auf einer gemeinsamen Eingebung und einigen ersten Sessions von Herre und di Gioia zur Mitte des letzten Jahrzehnts – die beiden arbeiten seit über einem Jahrzehnt erfolgreich zusammen.

WEB WEB spielen also, wenn man will, auf WEB MAX, ihrem vierten Album, das sie derzeit live präsentieren, erstmals in Urbesetzung. Herre grundiert dabei den virtuos und farblich wunderbar arrangierten Jazz mit psychedelisch-repetitiven Schüben vom Wurlitzer. Das betont fast mantraartig sowohl die spirituelle wie auch globale Orientierung dieses Jazz, der sich seit je auch instrumental von den Amerikas, von Afrika, von und Nah-und Fernost inspirieren ließ – ein ebenso deeper, wie hypnotischer Sound, der aus der Geschichte mitten in die Gegenwart groovt.