In Concert
Mi. 07.12.2016
Dialekt-Songs sind so alt wie die Popmusik. Die Beatles brachten das breite Liverpool-Englisch nach Amerika und Mick Jagger importierte den Südstaaten-Akzent des Blues nach London - wenn er nicht ein gepflegtes Cockney sang. Hierzulande aber wurde hochdeutsch gesungen - Dialekt gab es allenfalls bei Shanties oder in bayerischen Bierzelten. Popbands behalfen sich in den 60er Jahren mit ihrem meist dürftigen Schulenglisch.

Vor 1970 spielten die Mitglieder der BLÄCK FÖÖSS in diversen Beat-Formationen, bevor sie als STOWAWAYS ihre endgültige Besetzung fanden. Auf Karnevalsbällen spielte die Gruppe die Hits der BEATLES, der KINKS und der HOLLIES. Natürlich waren auch Karnevalslieder gefragt, und so erklangen die ersten kölschen Töne. Graham Bonney, mit dem die Stowaways im Studio arbeiteten, schlug ihnen vor, doch einen dieser Titel aufzunehmen. Ihren guten Namen als Beat-Gruppe wollte die Band allerdings nicht unter den ersten kölschen Titel "Rievkooche-Walzer" setzen - deshalb wurde der Parallel-Name "DE BLÄCK FÖÖSS" erfunden, weil er "englisch und kölsch zugleich klang". Die erste kölsche Single der Gruppe wurde nicht mehr als ein Achtungserfolg - ganze 2000 Stück wurden davon verkauft. Die Stowaways hatten Angebote von drei Plattenfirmen, aber keine wollte kölsche Lieder haben - es sollte englisch gesungen werden. Der zweite Bläck Fööss- Titel "Drink doch eine met" wurde überall abgelehnt - auch von der Kölner EMI. Schließlich veröffentlichte ausgerechnet die BASF in Ludwigshafen das Lied, das sofort ein Publikumserfolg wurde. Bald waren DE BLÄCK FÖÖSS bei den Karnevalssitzungen und -bällen sehr gefragt, nur die Gesellschaften waren durch das Äußere der Gruppe irritiert: langhaarig, in Jeans und barfuß (um dem Gruppennamen gerecht zu werden) tauchte die Band mit E-Gitarren und Verstärkern in den heiligen Hallen des Kölner Frohsinns auf. Unbekümmert hatten die Bläck Fööss das Idiom Willi Ostermanns mit Popmusik unterlegt und das Publikum mochte es!

Besetzung
Karl Friedrich „Kafi“ Biermann - Gesang, Gitarre, Percussion
Ralph „Gus“ Gusovius - Schlagzeug, Akkordeon, Gesang
Günther Antonius „Bömmel“ Lückerath - Gitarre, Banjo, Mandoline, Geige, Gesang
Hartmut Reinhold Priess - Bass, Gitarre, Mandoline
Franz Peter Schütten - Gitarre, Gesang, Percussion
Ernst „Erry“ Josef Stoklosa - Gitarre, Percussion, Gesang
Andreas Wegener - Piano, Synthesizer, Akkordeon, Gesang

Veranstalter: Mecky Events GmbH