Kay Ray Show
Sa. 16.01.2016
Wie provokant darf ein Comedian sein? Es gibt Humor-Spezialisten für fast alle Themen. Geschlechterverhältnis, moderne Eltern, Ausländerproblematik und neuerdings sogar für den Tod. Immer ein Grenzgang auf der feinen Linie zwischen Anbiederung und Provokation. Von Textern geschriebene Gags-von Regisseuren gefällig arrangiert-von Comedians charmant vorgetragen. Und dann gibt es Kay Ray, der laut lachend Tabus bricht. Der nichts auf Konventionen gibt und sich über alles lustig macht, was sonst aus political correctness unausgesprochen bleibt, denn: „Lieber unter Niveau amüsiert, als über Niveau gelangweilt“.

Kay Ray´s Show ist jeden Abend anders, ein Experiment mit offenem Ausgang. Das Ergebnis sind oftmals standing ovations. Versuchsleiter Kay Ray lotet Grenzen aus, überschreitet sie bewußt, reagiert spontan mit überraschenden und provokanten Stilmitteln. Ausgestattet mit einem einzigartigen Talent als Stand-up Künstler nimmt Kay Ray sein Publikum mit auf eine Reise, die oft mehrere Stunden dauert. Dafür gibt er alles: bestellt Pizza, schneidet Haare, singt stimmgewaltig traurige, gefühlvolle, wütende und lustige Lieder, ist splitternackt und betrinkt sich manchmal aus purer Lebenslust zusammen mit seinem Publikum. Am Ende ist das Publikum im besten Sinne unterhalten worden, nimmt vom Alltag geläutert (Nur in der (Unterhaltungs)-Kunst wird der Mensch sich selber ähnlich) ein paar neue Gedanken mit. Experiment gelungen, Mission erfüllt! Das Radikale passt eben doch ins Gefällige.

Die Kay Ray Show stößt natürlich auch auf Unverständnis, ist zu direkt, zu bunt und indie, vielleicht manchmal auch zu
anstrengend. Wenn Kunst innovativ sein soll, ist auch ihre Kritik nachvollziehbar und gültig. Anders verhält es sich in jüngster Zeit in bsplsw. Aschaffenburg, Darmstadt, Hemsbach oder Dortmund. Vom Gefühl durchdrungen, auf der „besseren“ Seite um Kultur bemühter Gutmenschen zu stehen sehen sich manche Programmmacher aus Furcht vor der nächsten Sitzung des Kulturvereins, Sponsorenempfindlichkeiten oder politischen Interessen (die Bürgermeisterwahl steht an) gezwungen, Einfluss auf Kay Rays´ künstlerische Freiheit zu nehmen, oder drohen gleich mit Absage ausverkaufter Veranstaltungen. Denkbar einfach bei einer so schillernden, sich dem Publikum vollständig öffnenden Person, die offen bisexuell eigene Schwächen und Fehler thematisiert und sich angreifbar macht. Problematisch wird dies, wenn dem zahlenden Publikum eine eigene Entscheidung darüber vorenthalten wird! Das Publikum hat das Recht selbst, und letztlich mit den Füßen zu entscheiden.

Einlass erst ab 18 Jahren!

Veranstalter: Mecky Events GmbH